Sarrebourg ist die nächste Station unseres Freitagsausfluges. Und es ist wieder ein Tipp von meinem neuen Freund Schneider. Nicht, weil das Städtchen ein unbedingtes Muss im Elsass ist, sondern weil hier ein Fabrikverkauf von Mephisto ansässig ist. Dieser hat aber bei unserer Ankunft noch Mittagspause. Also fahren wir erstmal ins Städtchen.
In bester Erinnerung wird uns Sarrebourg nicht bleiben, weil Bine und ich uns hier zoffen, wie noch nie zuvor. Das ist aber auch nicht weiter erstaunlich. Wir stehen nämlich beide unter Hochspannung. Schließlich haben wir die Reise für alle organisiert, und von den Leuten Geld eingesammelt. Da will man natürlich alles richtig machen. Wir sind beide Menschen, und als solche haben wir natürlich auch auf ein positives Feedback unserer Mitreisenden gehofft. Das ist uns aber bis zu diesem Zeitpunkt jedenfalls verborgen geblieben. Das fing schon mit unserer Wegbeschreibung am Vortag an, die offensichtlich nicht gut angekommen ist.
Sarrebourg Wir stürmen den Mephisto-Werksverkauf
Irgendwie löst die ständige Mopperei bei uns Schuldgefühle aus, und wir stehen unter dem ständigen Druck, alles richtig machen zu wollen. An der Tankstelle vor Sarrebourg entlädt sich das zum ersten Mal. Hier kann man nämlich nur mit Karte bezahlen, und statt uns einfach mal in Ruhe zu lassen, um den Anweisungen im Display zu folgen, quatschen alle auf uns ein. Wir tanken schließlich nicht zum ersten Mal im Ausland. Jedenfalls geraten wir hier erstmals aneinander.
Als Bine dann in der Patisserie ungefragt einen Café au Lait statt eines Cappuccinos für mich bestellt, brennt der Baum dann lichterloh. Ich reagiere nämlich unfreundlich und ungehalten. Und Bine ist angefressen, weil sie denkt, sie mache gar nichts richtig. Gottseidank bekommen wir das genauso schnell auf die Reihe, wie es auch begonnen hat. Aber die anderen sind schon ein wenig beeindruckt.
Jedenfalls haben wir uns schon lange wieder lieb, als wir nach dem Snack im Mephisto-Werksverkauf ankommen. Ich lasse meinen Blick kurz durch das Ladenlokal schweifen um festzustellen, dass es hier keine wirklichen Schnäppchen zu ergattern gibt. Aber wir haben ja Damen dabei, und die können sich biologisch bedingt länger in einem Schuhladen aufhalten. Am Ende werden an der Kasse auch ein paar Euro umgesetzt.
Es ist schon wieder viel später als gedacht. Wir wollen uns noch auf die Suche nach der Saarquelle machen. Irgendwo auf dem Donon kurz vor Schirmeck soll die sein. Wir sehen zwar ein Hinweisschild, die Quelle selbst aber nicht. In Schirmeck machen wir einen kurzen Halt. Auf eine Stadtbesichtigung hat keiner mehr so wirklich Lust. Also machen wir uns auf in Richtung Oberhaslach. Immerhin erwartet uns hier ein Weinchen und ein 3-Gänge-Menü.
Und so neigt sich dann auch der erste Tag dem Ende entgegen.
