Eigentlich fing alles so harmlos an! 2016 habe ich mein 50. Geburtstag in Prag gefeiert. Bine konnte damals nicht dabei sein. Zum Trost habe ich ihr ein kleines Stofftier mitgebracht, einen kleinen Malwurf. Natürlich nicht irgendeinen Maulwurf, sondern den Maulwurf, den Ihr alle aus der Sendung mit der Maus kennt.
Der ist übrigens schon älter als ich! Geboren (bzw. erstmals gezeichnet) wurde er 1957 vom Prager Zeichner Zdeněk Miler. Bereits seit 1968 war er im deutschen Fernsehen zu sehen. Im Original heißt der kleine Bursche Krtek (dt.: Maulwurf) bzw. Krteček (dt.: Maulwürfchen bzw. kleiner Maulwurf).
Wie einleitend bereits erwähnt: mit einem Krteček hat es angefangen. Bine hat sich sofort verliebt in das Tier. Aber nicht nur Bine war infiziert, das Fieber hat die ganze Familie erreicht. Mit jedem Tschechien-Besuch wurde die Sammlung erweitert. Immer größere Tiere wurden nach Siegen geschafft und in der Familie verteilt. Maulwürfe gibt es seither in fast allen Größen und Variationen bei den Schmecks. Ob als Schlüsselanhänger mit und ohne LED-Licht, als Wandkalender oder als Plüschtier: der Krteček ist allgegenwärtig.
Aber da gibt es noch den Großen, bzw. den ganz Großen. Den ausgewachsenen Krtek. Unser Freund Ivan hat den. Der ist 120 cm groß, kostet aber 200 EUR. Der fehlt noch!
Krtek statt Krteček Ein Großer soll es sein
Ich weiß, dass ich null Chancen haben. Solange das Tier nicht in Siegen auf der Couch sitzt, werde ich keine Ruhe finden. Demzufolge bin ich bereit, mit Bine alle Spielzeugläden im südlichen Böhmen abzufahren. Nirgendwo ist dieses Teil zu bekommen. Und dann, per Zufall entdecke ich den Großen in einem Hinterhof, während Bine gerade die Kosmetikabteilung in der benachbarten Drogerie leerkauft. 8.000 Kronen will der Ladeninhaber haben, das sind fast 320 EUR und damit eindeutig zu teuer. Während Bine noch nach Kajalstiften sucht, drücke ich den Händler auf 5.000 Kronen. Das ist zwar kein Schnäppchen, aber immerhin okay. Der Geschäftsmann weiß wahrscheinlich auch, dass die tschechischen Online-Läden nicht nach Deutschland liefern.
Nicht nur der Deal wird eingetütet, sondern auch der Maulwurf selbst. Wir verladen das Tier in den Transporter des Geschäftsmannes und werden bis zur Pension Laura gefahren. Wenn wir jetzt also berücksichtigen, dass die Versandkosten in den 5.000 Kronen enthalten sind, dann ist es doch fast schon ein Schnäppchen.
Jedenfalls ist das Tier inzwischen gut in seiner neuen Heimat Siegen angekommen. Wie die Reaktion der anderen Schmecks ist? Irgendwo zwischen Neid und Begeisterung!
